Unter  „Popular-Sires“  versteht man häufig verwendete Deckrüden in der Zucht. Sie haben sehr viele Nachkommen und haben daher einen großen Einfluss auf die Zucht, die Gesundheit, das Aussehen und das Wesen der gesamten Rasse.  Durch die häufige Verwendung derselben beliebten Rüden wird die genetische Vielfalt einer Rasse eingeschränkt, was sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die ganze Rasse haben kann: Zum Einen führt der Einsatz von Popular-Sires natürlich zu einer größeren Einheitlichkeit innerhalb einer Rasse, auf der anderen Seite werden dadurch bestimmt Gene innerhalb einer Rasse stark reduziert oder ganz zum Verschwinden gebracht, wohingegen die Frequenz anderer Gene stark erhöht wird (genetische Drift).  So werden Eigenschaften in einer Rasse fixiert, die sowohl positiv wie auch negativ sein können. Auf der negativen Seite können  rezessive Defektgene  durch die Verwendung von Popular Sires an sehr viele Nachkommen weitergegeben  und in der Rasse verbreitet werden. Die negativen Folgen dieses Umstands für die Rasse werden jedoch erst  viel später erkannt.

Eine weitere Gefahr in Verbindung mit der Verwendung von Popular-Sires ist der Anstieg des Inzuchtniveaus einer Rasse: Die  Nachkommen jener beliebten Rüden werden auch weiterhin miteinander verpaart, bis man auf den ersten Blick gar nicht mehr so  genau erkennen kann, wie sehr die einzelnen Hunde eigentlich miteinander verwandt sind, da die gleichen Namen nicht mehr auf den Stammbäumen aufscheinen und schon weiter zurückliegen.  Die damit verbundene Inzuchtdepression,  also  eine Schwächung in  Fruchtbarkeit und Vitalität einer Rasse, muss in diesem Zusammenhang leider angeführt werden.

Die Verwendung von möglichst vielen Vatertieren innerhalb einer Rasse wirkt sich also positiv auf die genetische Vielfalt einer Rasse aus und limitiert die Verbreitung von Defektgenen. Bei der Aussie-Zucht in Österreich ist dies leider aufgrund der Zuchtbestimmungen nur eingeschränkt möglich.

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