Archiv für Mai 2011

Rassehundevereine haben viele verschieden Ziele und können dadurch wichtige Instrumente in der Hundewelt und –zucht sein. Ihre Aufgaben sind vor allem ihre Rasse zu fördern und bekannter zu machen, Aufklärung interessierter Personen bezüglich der spezifischen Eigenschaften der Rasse zu betreiben, die Welpen an die richtigen Leute zu vermitteln und über Neuerungen zu informieren, was Gesundheit, Genetik und Rasseentwicklung angeht und die Zucht zu lenken. Neue Züchter werden geschult und Ausstellungsneulinge über das Ausstellungsgeschehen informiert und darauf vorbereitet, auf Veranstaltungen wird die Rasse promotet, die Kommunikation der Vereinsmitglieder untereinander gefördert, neue Mitglieder werden umfassend informiert und geschult, vereinsinterne Entwicklungen werden in Rundschreiben, Newsletter oder Zeitungen bekanntgegeben.

Bei vielen Vereinen funktioniert das auch hervorragend, leider nicht bei allen. Es ist schade, dass es aufgrund von Machtbestrebungen passiert, dass die eigentlichen Vereinsziele komplett aus den Augen verloren werden, neue interessierte Züchter im Verein nicht aufgenommen werden, an der Rasse interessierte Personen nicht umfassend informiert werden, Kommunikation und Information im Verein und durch den Verein praktisch überhaupt nicht stattfindet und auch keinerlei Unterstützung oder Förderung der Mitglieder betrieben wird.

Dies alles kann sich meiner Meinung nur negativ auf die Rassenentwicklung in einem Land auswirken…….

 

Bleiben wir doch bei den Hundeausstellungen in Österreich: Die Showringe sind meist derartig klein bemessen, dass eine umfassende Beurteilung des Gangwerks eines Hundes von der Seite her aufgrund der Abmessungen des Ringes meines Erachtens nicht möglich sind. Manche Richter lassen die Hunde ja nicht mal mehr im Kreis laufen, sondern nur geradeaus von ihm weg und zurück und beurteilen auf diese Weise also nur die Beinbewegung der Vorder- und Hintergliedmaßen. Dem Bewegungsablauf des Hundes von der Seite her betrachtet wird auf den FCI-Shows meiner Meinung nach viel zu wenig Beachtung geschenkt.

Dieser Umstand bewirkt, dass sich das Gangbild des Australian Shepherds zusehends zum Schlechten verändert:  Aussies, mit kurzen, trippeligen Schritten und nicht ausgewogenen Bewegungen der vorderen und hinteren Gliedmaßen gewinnen oft ihre Klassen. Doch der Australian Shepherd ist vom Ursprung her ein Arbeitshund, wie es auch im Standard steht:

“……VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Der Australische Schäferhund ist ein intelligenter Arbeitshund mit ausgesprochenem Hüte- und Bewachungsinstinkt. Er ist ein pflichtgetreuer Gefährte und fähig, mit Ausdauer den ganzen Tag zu arbeiten.

GANGWERK : Die Gangart des australischen Schäferhundes ist geschmeidig, leicht und frei. Er ist sehr behände mit einem harmonischen, raumgreifenden Bewegungsablauf…”

Wie ist es einem Arbeitshund denn möglich, mit nicht korrektem Bewegungsablauf den ganzen Tag zu arbeiten? Wahrscheinlich gar nicht mehr, denn er wird viel zu schnell ermüden, da er aufgrund der verkürzten Schrittlänge vergleichsweise mengenmäßig mehr Schritte machen muss, um die gleiche Distanz zurückzulegen wie ein korrekt laufender Hund. Auch Gelenksverschleißerscheinungen sind zu erwarten, sollten die Hunde wirklich so eingesetzt werden, wie es ihnen ursprünglich zugedacht war.

Doch  wir sollten danach trachten zu erhalten, was wir haben: einen sich toll bewegenden Arbeitshund. Auf den Shows sollte daher von den Richtern meiner Meinung nach wesentlich mehr Augenmerk auf die Bewegung der Hunde im Laufen gelegt werden.

 

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